Arnstadt-Informationen
Arnstadt - das sehenswerte "Tor zum Thüringer Wald"
Im Jahre 704 wurde Arnstadt erstmals urkundlich erwähnt und ist somit einer der ältesten erwähnten Orte Thüringens. Diese Urkunde steht aber nicht für den Beginn der historischen Entwicklung dieser Stadt. Bodenfunde, die in und um Arnstadt gemacht worden sind, zeugen von weit früheren Besiedlungen. Die ältesten Spuren, weisen in die Jungsteinzeit (4000 bis 1800 v. Chr.) zurück.
Das nach 704 bedeutendste Ereignis war der Kreistag, den Otto I. 954 zur Aussöhnung mit seinem Sohn Luidolf und zur Bestätigung seines Sohnes Wilhelm als Erzbischof von Mainz in Arnstadt abhielt. Arnstadt hatte schon Jahrhunderte vorher große Bedeutung als Versammlungsort.
1198 versammelten sich die Reichsfürsten hier und wählten Philipp von Schwaben zum König. 1208 wurde in Arnstadt beschlossen, Philipps welfischen Gegner, Otto IV., zum König aufzustellen.
Mitte des 13. Jahrhunderts hatte Arnstadt ca. 3000 Einwohner welche vom Handwek, der Landwirtschaft und vom Handel lebten. Arnstadt war ein großer Umschlagplatz für Holz, Holzwaren und Holzkohle aus dem Thüringer Wald, für Getreide und Gemüse aus dem Flachland. Durch die günstige Lage an der Gera und Weiße hatte das Mühlengewerbe in Arnstadt große Bedeutung. Es wurden Mehl-. Graupen-, Papier- und Schleifmühlen betrieben.
1506 weilte Martin Luther kurz im Arnstädter Franziskanerkloster.
1581 wurde die Stadt durch einen Großbrand stark zerstört. Auch der Dreißigjährige Krieg brachte große Not, Mißernten, Kriegslasten und die Pest zogen Preiserhöhungen und Plünderungen nach sich.
Im 19. Jahrhundert erfolgte der Übergang von der Handels- und Handwerkerstadt zur Industriestadt. Fabriken für Brückenwaagen, Feuerspritzen, Farben und Tabakwaren entstanden.
Ab 1848 fanden viele Einwohner in der Lederhandschuh- und Schuhindustrie und später in der Maschinenbau- und Elektroindustrie Arbeit. Während es 1855 noch 5 987 Einwohner waren, hatte Arnstadt 1900 bereits 14 411 Bewohner.
1867 erhielt Arnstadt mit der Inbetriebnahme der Strecke nach Neudietendorf Eisenbahnanschluß. Nach 1945 wurden am Stadtrand drei Neubaugebiete errichtet. Heute ist Arnstadt eine schöne Kreisstadt im Grünen Herzens Deutschlands, inmitten Thüringens mit ca. 30 000 Einwohnern.
In der Stadt sind nur wenige größere Produktionsbetriebe entstanden. Das eigentliche Industriegebiet befindet sich im Norden (außerhalb der Stadt). Arnstadt liegt an der Schnellzugstrecke Berlin-Erfurt-Meiningen-Stuttgart und an den Nebenstrecken Erfurt-Ilmenau und Erfurt-Saalfeld. Von der Autobahnabfahrt führt die Bundesstraße 4 direkt nach Arnstadt.
An den Eingängen zum Plaueschen Grund (Tal der Gera) und dem schönen Jonastal (Tal der Weiße), dort wo die von Erfurt kommenden Bahnlinien sich trennen, um nach Süden und Südosten in den Thüringer Wald zu führen, liegt die schöne Stadt Arnstadt.